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Die designierte IOM-Generaldirektorin schildert den Weg zu einer nachhaltigen Steuerung der Migration

Teilnehmende der Internationalen Konferenz zu Entwicklung und Migration in Rom. Foto: IOM/Flavio Di Giacomo 2023

Genf/Rom - Internationale Partnerschaften, verbesserte Pläne für die Arbeitskräftemobilität und politische Maßnahmen sind für ein nachhaltiges Migrationsmanagement erforderlich, erklärte die designierte IOM-Generaldirektorin Amy Pope auf der Internationalen Konferenz zu Entwicklung und Migration. Die Konferenz fand gestern im Hauptsitz des italienischen Außenministeriums in Rom statt.    

„Es ist erwiesen, dass eine gut gesteuerte Migration die wirtschaftliche Entwicklung fördert. In Anbetracht der demografischen Trends und des sich wandelnden globalen Arbeitsmarktes müssen wir jetzt damit beginnen, umfassendere, integrative und strategische Lösungen im Bereich der Migration zu schaffen und eine strategieorientierte menschenwürdige Migrationspolitik in die regionalen und nationalen Anpassungspläne zu integrieren’’, so Pope.   

Auf der von der italienischen Regierung organisierten Konferenz, die sich mit Herausforderungen wie der irregulären und erzwungenen internationalen Migration sowie deren Ursachen befassen soll, nahmen Vertreter:innen aus europäischen, afrikanischen und nahöstlichen Ländern teil, die sich mit der Steuerung von Migrationsströmen befassen. 

In einem internationalen Kontext, der von Wirtschaftskrisen, Konflikten und Naturkatastrophen geprägt ist, erweist sich die Migration als eines der wichtigsten geopolitischen Phänomene dieses Jahrhunderts.      

Vor allem die negativen Auswirkungen des Klimawandels und der Umweltzerstörung führen zunehmend zu Migration und Binnenvertreibung. „Letztes Jahr wurden 32,6 Millionen Menschen durch Naturkatastrophen vertrieben, 7,5 Millionen davon allein in Afrika südlich der Sahara’’, so Pope. „Aber das ist erst der Beginn. Das UNFCCC schätzt, dass mehr als 300 Millionen Menschen in Gemeinschaften leben, die durch den Klimawandel extrem gefährdet sind.’’ 

„Aus kollektiver Erfahrung wissen wir, dass Menschen, die kein Zuhause oder keine Möglichkeit haben, ihren Lebensunterhalt zu verdienen, migrieren werden. Das ist menschlich. Migration ist die wichtigste und menschenwürdigste Anpassungsstrategie.’’ 

Wenn die Migration richtig gesteuert wird, kann sie zur Entwicklung aller Länder - ob Aufnahme-, Herkunfts- oder Transitländer -, die von diesem Phänomen betroffen sind, und zur Entwicklung der Gesellschaften auf allen Ebenen beitragen. 

„Wir sollten in die Entwicklung und Anerkennung von Qualifikationen investieren’’, bekräftigte Pope, „wie auch sicherstellen, dass die Vorhaben und Maßnahmen zur Arbeitskräftemobilität einen realistischen Bedarf an Arbeitskräften wiederspiegeln und einem potenziellen Mangel zuvorkommen. Wir müssen uns ebenfalls überlegen, wie die regionale Mobilität, die Familienzusammenführung und die zirkuläre Migration eine Rolle bei der Ausarbeitung eines globalen Plans für die Entwicklung nicht nur für Europa, sondern auch für Afrika spielen werden.”  

Pope betonte die Notwendigkeit strategischer, zukunftsorientierter und für beide Seiten vorteilhafter Partnerschaften, um die positiven Aspekte der Migration nutzbar zu machen. “Keine Regierung oder internationale Organisation kann diese Aufgabe allein bewältigen. Wir müssen in Partnerschaften in allen Bereichen der Gesellschaft investieren, wir brauchen den Privatsektor, der erkennt, dass er von einem guten Migrationsmanagement profitiert, und wir brauchen die Unterstützung der Zivilgesellschaft.” 

Pope betonte auch die Notwendigkeit, die Maßnahmen zur Prävention und Eindämmung der irregulären Migrationsströme zu verstärken und gleichzeitig den Verlust von Menschenleben zu verhindern, insbesondere im Mittelmeer, wo seit Anfang des Jahres bereits fast 2.000 Todesfälle zu verzeichnen sind.    

„Im Mittelpunkt dieser Arbeit steht eine moralische Wahrheit: Als Menschen, die die Rechte und die Würde aller Menschen respektieren und achten, können wir uns nicht von den Hunderten von Menschen abwenden, die im Mittelmeer sterben und ihre Hoffnungen und Träume in den Händen von Menschenhändlern opfern, die sie ausbeuten und missbrauchen. Wir müssen zusammenarbeiten, um innovative und praktikable Lösungen zu entwickeln.”  

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Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:  

 

In Rom  

Flavio Di Giacomo, Tel: +39 3470898996, E-Mail: fdigiacomo@iom.int   

 

In Genf  

Safa Msehli, Tel: +41 794035526, Email: smsehli@iom.int