News
Global

Ein Jahr nach dem Erdbeben erreicht die IOM-Hilfe 4,7 Millionen Menschen in der Türkei im Nordwesten Syriens

The earthquakes that struck Türkiye and Northwest Syria last year left a trail of devastation, leaving hundreds of thousands homeless. Photo: IOM/Emrah Özesen, February 2023 

Ankara, 5. Februar 2024 – Ein Jahr nach den verheerenden Erdbeben in der Türkei und im Nordwesten Syriens hat die Internationale Organisation für Migration (IOM) 4,7 Millionen Menschen in beiden Ländern Hilfe geleistet.

"Das Erdbeben war eine der größten Tragödien, die wir je erlebt haben, mit weitreichenden Schäden und dem Verlust von Menschenleben. Heute gedenken wir derer, die ums Leben gekommen sind, unter ihnen drei unserer Mitarbeiter:innen", sagte Ugochi Daniels, stellvertretende Generaldirektorin der IOM für Operationen.

Dank ihrer jahrzehntelangen humanitären Präsenz in der Südosttürkei und ihres grenzüberschreitenden Programms in Nordwestsyrien gehörte die IOM zu den ersten, die den Betroffenen – trotz Herausforderungen – Hilfe zukommen ließen.

Durch die Erdbeben, die sich in den frühen Morgenstunden des 6. Februar 2023 ereigneten, stieg die Zahl der Binnenvertriebenen in Nordwestsyrien um 108.000 auf fast 2,9 Millionen. In der Türkei mussten etwa drei Millionen Menschen aus ihren Häusern fliehen.

Die IOM versorgte über 560.000 syrische Binnenvertriebene mit Unterkünften, 116.500 mit medizinischer Versorgung, 22.400 mit psychologischer Betreuung und Beratung und 369.000 mit sauberem Wasser und sanitären Einrichtungen.

“Nach den Erdbeben konnte ich lediglich für ein paar Tage im Monat Arbeit finden. Ich konnte meine Familie nicht ernähren", sagte Ahmed, einer von 96.500, die vom Cash-for-Food-Programm der IOM profitierten. "Dank der Gutscheine konnte ich endlich Lebensmittel und Reinigungsmittel kaufen.”

Die anhaltenden Konflikte behindern jedoch weiterhin den Wiederaufbau. Die IOM fordert 89 Mio. USD für ihren Krisenreaktionsplan 2024 für die Arabische Republik Syrien, damit 2,1 Millionen Menschen weitere lebensnotwendige Hilfe erhalten können.

Ein erhebliches Finanzierungsdefizit in diesem Jahr würde die gefährdeten Menschen, die bereits unter dem langjährigen Konflikt und den sozioökonomischen Schwierigkeiten leiden, noch stärker gefährden. Der Plan für die humanitäre Hilfe in Syrien 2023 war nur zu 37 Prozent finanziert.

Im vergangenen Jahr hat die IOM in der Türkei 800.000 Menschen mit Hilfsgütern versorgt, 282.000 mit Unterkünften, 26.800 mit medizinischer Grundversorgung, 17.600 mit psychologischer Betreuung und Beratung und 500.000 mit sauberem Wasser und sanitären Einrichtungen.

"Dank der umfassenden Hilfe der internationalen Gemeinschaft und unserer starken Partnerschaft mit der türkischen Regierung war diese Arbeit möglich", sagte Daniels.

"Wir vertrauen auf die anhaltende Solidarität, damit IOM ihre Dreifachstrategie für den Wiederaufbau umsetzen kann: Verbesserung der Bedingungen für die Rückkehr der Menschen nach Hause, Nutzung des Potenzials der Migration, um Arbeitskräftemangel zu beheben und Schlüsselindustrien anzukurbeln, sowie bessere Vorbereitung auf zukünftige Katastrophen."

Als Beitrag zur Erholung des Landes von den Erdbeben führt die IOM jetzt ein Vierjahresprogramm ein, das Migranten und Einheimischen helfen soll, eine reguläre Arbeit zu finden. Eine kontinuierliche Finanzierung würde es der Organisation ermöglichen, den Bedürftigen weiter zu helfen, insbesondere denen, die in provisorischen Siedlungen leben.

***

Für mehr Informationen: bitte wenden Sie sich an:

In Ankara: Miko Alazas, aalazas@iom.int

In Kairo: Tamim Elyan, telyan@iom.int

In Wien: Joe Lowry, jlowry@iom.int