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IOM fordert 69 Mio. USD für die Bewältigung der Krise in den besetzten palästinensischen Gebieten und drängt auf humanitären Zugang

Over one million people have been forced to flee their homes in Gaza. Photo: UNRWA/Mohammad Hinnawi

Genf - Die Internationale Organisation für Migration (IOM) bittet dringend um 69 Mio. USD um auf die steigenden humanitären Bedürfnisse in den besetzten palästinensischen Gebieten und den Nachbarländern reagieren zu können. Hunderttausende Zivilist:innen sind dort von den anhaltenden Feindseligkeiten betroffen. 

Mehr als eine Million Menschen sind seit dem Ausbruch der Gewalt am 7. Oktober aus ihren Häusern im Gazastreifen geflohen. Auch haben hunderttausende Zivilist:innen kaum oder gar keinen Zugang zu grundlegenden Gütern wie Nahrungsmitteln, Wasser, Strom und Treibstoff. Darüber hinaus hat die sich verschlechternde Sicherheitslage im Westjordanland und in den Grenzgebieten zwischen Israel und dem Libanon zur Binnenvertreibung von etwa 12.854 Menschen geführt. Diesen kommen hauptsächlich aus dem Südlibanon.

Die IOM bekräftigt die Forderung der UN nach einem sofortigen Ende der eskalierenden Gewalt und nach einem humanitären Waffenstillstand, um eine noch größere Katastrophe zu verhindern. Der Zugang für humanitäre Hilfe ist von entscheidender Bedeutung, um die Lieferung von Hilfsgütern an die schwächsten und am stärksten betroffenen Bevölkerungsgruppen zu ermöglichen. Des Weiteren ist der Zugang wichtig für die sichere Ausreise von im Gazastreifen eingeschlossenen Drittstaatsangehörigen. Die IOM hat Anfragen von Regierungen zur Unterstützung von 1.114 Menschen bei der Rückkehr in ihre Herkunftsländer. Darunter sind auch Frauen und Kinder.    

"Wir nähern uns der dritten Woche des Konflikts und die humanitäre Situation verschlechtert sich in einem erschreckenden Tempo", sagte die Generaldirektorin der IOM, Amy Pope. 

"Hunderttausende von Zivilisten wurden vertrieben und viele weitere haben keinen Zugang zu lebensnotwendigen Gütern wie Nahrung, Wasser und Energiequellen. Alle beteiligten Parteien und die internationale Gemeinschaft haben die Verantwortung, den Zugang für humanitäre Helfer:innen dringend zu sichern."

Die IOM hat Teams in Ägypten, Libanon und Jordanien mobilisiert und ist bereit, die humanitären Bemühungen in den besetzten palästinensischen Gebieten und den Nachbarländern zu unterstützen. Dabei arbeitet sie eng mit den Regierungen bei Versuchen der Evakuierung von Drittstaatsangehörigen und die Bereitstellung wichtiger Hilfsgüter zusammen. 

Der Reaktionsplan der IOM zielt auf etwa 734.000 Menschen ab. Er umfasst ein breites Spektrum an Maßnahmen, darunter die Bereitstellung von Unterkünften und grundlegenden Hilfsgütern, Bargeld, Gesundheitsversorgung und medizinische Versorgung, Wasser, sanitäre Einrichtungen und Hygiene, psychosoziale Unterstützung , Schutz und Unterstützung bei der Fortbewegung.

Bei den jüngsten gewalttätigen Auseinandersetzungen im Gazastreifen wurden Tausende von Menschen getötet und verletzt. Tagelange schwere Bombardierungen haben zur weitgehenden Zerstörung von Wohngebäuden und wichtiger ziviler Infrastruktur geführt, darunter Schulen, medizinische und Bildungseinrichtungen, Wasserversorgungsnetze und WASH-Einrichtungen (Water Sanitation and Hygiene – Wasser Sanitär and Hygiene). Seit Beginn der Krise wurden Lieferungen von Lebensmitteln, Wasser und Medikamenten nach Gaza nicht zugelassen und die Grundversorgung wird immer knapper. 

Zivilist:innen und zivile Infrastrukturen, insbesondere Schulen, in denen Vertriebene untergebracht sind, sowie Krankenhäuser sollten niemals Ziel von Angriffen sein. Sie müssen jederzeit geschützt werden.

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Für mehr Informationen:  

In Genf: Itayi Viriri Tel: +41 79 554 04 43, iviriri@iom.int