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Massengrab mit 65 Leichen von Migrant:innen in Libyen entdeckt

Genf, 22. März - Die Internationale Organisation für Migration (IOM) ist zutiefst schockiert und alarmiert über den Fund von mindestens 65 Leichen von Migrant:innen in einem Massengrab im Südwesten Libyens. Die Umstände ihres Todes und ihre Nationalitäten sind nach wie vor unbekannt, aber es wird vermutet, dass sie während des Schmuggels durch die Wüste ums Leben kamen.

"Jede Meldung über eine vermisste Migrantin oder einen vermissten Migranten oder einen Todesfall steht für eine trauernde Familie, die nach Antworten über ihre Angehörigen sucht oder die Tragödie des Verlustes anerkennt", sagte ein IOM-Sprecher. "Der Preis für unzureichende Maßnahmen zeigt sich in den zunehmenden Todesfällen und den beunruhigenden Bedingungen, denen die Migrant:innen ausgesetzt sind."

Diese jüngste Tragödie unterstreicht die dringende Notwendigkeit, die Herausforderungen der irregulären Migration anzugehen, unter anderem durch eine koordinierte Reaktion auf die Schleusung von Migrant:innen und den Menschenhandel. Ohne reguläre Wege, die legale Migrationsmöglichkeiten bieten, wird es auf dieser Route auch weiterhin zu solchen Tragödien kommen.

Die IOM begrüßt, dass die libyschen Behörden diese Todesfälle untersuchen und fordert sie auf, gemeinsam mit den Partnerorganisationen der Vereinten Nationen eine würdige Bergung, Identifizierung und Überführung der sterblichen Überreste der verstorbenen Migrant:innen zu gewährleisten und ihre Familien angemessen zu informieren und zu unterstützen.

Nach Angaben des Missing Migrants Project wurden im Jahr 2023 mindestens 3.129 Todesfälle und verschwundene Migrant:innen entlang der Mittelmeerroute - der tödlichsten Migrationsroute - registriert, wobei dieser jüngste Vorfall nicht mitgerechnet ist.

Die IOM in Libyen arbeitet daran, allen schutzbedürftigen Personen humanitäre Hilfe zukommen zu lassen und die Akteure in die Lage zu versetzen, lebensrettende Such- und Rettungsaktionen in der Wüste im Einklang mit dem Völkerrecht durchzuführen. Dies geschieht durch Schulungen zu den Menschenrechtsverpflichtungen und durch die Sicherstellung, dass ihre Grenzschutzoperationen schutzorientiert sind, um den Schutzbedürftigsten zu helfen.

Die IOM ruft außerdem alle Regierungen und Behörden entlang der Route auf, die regionale Zusammenarbeit zu verstärken, um die Sicherheit und den Schutz von Migrant:innen zu gewährleisten, unabhängig von ihrem Status und in allen Phasen ihrer Reise.

 

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an: media@iom.int